Von Neigungen und Interessen im Kleinkindalter oder “Nobody knows where they might end up”

sofiamitpferd

Letzte Woche waren wir bei unserem allerersten Elterngespräch in der Kinderkrippe. Wir waren schon ein bißchen gespannt darauf, zu erfahren wie sich Sofia in ihrer ersten elternfreien Zeit verhält und wie jemand anderes – objektiver eingestellt – unser Kind so sieht. Es ist auch gerade sehr spannend zu sehen, wie sich bei einem so kleinen Wesen langsam ein eigener Charakter entwickelt, naja der war schon immer vorhanden, aber jetzt kann sie ihre Wünsche besser ausdrücken und uns verständlich machen, was vor Sprech-Zeiten ja eher schwierig war. War sie vorher froh wenn man ihr irgendein Buch vorgelesen hat, kommt sie jetzt mit Wünschen, welches Buch sie lesen möchte, sucht dann rum bis sie ihre Lieblingsstelle gefunden hat… das macht wirklich sehr viel Spaß mit ihr.

Sie wurde sehr gelobt und es ging uns runter wie Öl. Dabei war sie doch bis jetzt weder im Babyschwimmen noch in der musikalischen Früherziehung. Besonders Stefan ist den ganzen Tag danach fast vor Stolz geplatzt. Besonders “in” sind im Moment die Spielpolster zum Hüpfen. Seitdem sie mit 2 Füßen gleichzeitig in der Luft bleiben kann und nicht mehr nur Riesenanlauf nimmt, um dann mit den Füßen keinen Millimeter vom Boden abzuheben, ist Hüpfen ihre Lieblingsgangart. Oder ein Pferdchengalopp im Dreiertakt – naja so ist das eben wenn es einem so in den Beinen kribbelt, daß man nicht langsam laufen kann. Eine überdurchschnittliche Begeisterung für Basteln und Malen und Kneten und Bücher wurde ihr auch bescheinigt. Bücher wussten wir schon. Haben wir doch schon ein paar Dutzend hier rumliegen, die alle nacheinander abgearbeitet werden und findet sie eines was in den Letzten Tagen zu kurz kam, schleppt sie es an mit den Worten: “Mama lange lesen mehr?” Was soviel heißt wie – “Oh, das haben wir aber schon lange nicht mehr gelesen” – jetzt aber ran.

Und natürlich Tiere! Da kommt man als Tierarzt-Mama schon ins grübeln. Ist das jetzt eine vererbte Anlage oder hat sie sich das von mir abgeguckt. Kontakt hat sie ja eigentlich regelmäßig nur mit unsrer Katze, aber es gab da eine sehr ausgeprägte Hundephase und im Moment sind die Pferde dran. Seit sie im August im Sommerurlaub in Schweden auf einem Islandpferd sitzen durfte – ist es vorbei. Der Faible erstreckt sich über Kinder-Pferdesachbücher bis zum Ei-Ei machen der Kaltblüter-Kutschpferde, die hier zwei mal wöchentlich Bier ausfahren. Und sie hat überhaupt keine Angst – was mich ja schon ein bißchen mit Stolz erfüllt. Nur – ist das so weil ich ihr erzählt habe, daß Pferde ganz lieb sind und man keine Angst haben muß, oder ist es eine angeborene Begeisterung? Fragen über Fragen.

Ab und zu ist man natürlich schon neugierig auf die Zukunft. Was wird einmal unser Elternschicksal? Wochenenden in Gummistiefeln in der Reithalle? Vor Weihnachten war ich seit langer Zeit zum ersten Mal wieder Eislaufen und ich war verwundert darüber, wieviel Nachwuchs im Eisschnelllaufen da so am Wochenende unterwegs ist – vielleicht wird unser Wochenendschicksal eine kalte Eishalle oder doch ein Fußballplatz im Regen? Na dann doch lieber die Reithalle!

Also ehrlich: Wenn ich mich da an meine eigene Kindheit zurückerinnere, wie ich so früher war. Was soll schon aus einer 6-jährigen werden, die im weißen Spitzenkleid vor Omas 75. Geburtstagskaffe noch schnell mit moosgrünen Stallgummistiefeln über der Kälberbox hängt um ein neugeborenes Kälbchen zu streicheln? Ich rechne es meinen Eltern dafür umso mehr an, daß sie mich nie beeinflusst haben und mich in jeglicher möglichen Hobbywahl unterstützt haben bzw. in jeglicher Berufswahl unterstützt hätten. Naja, daß dann Tiermedizin dabei herausgekommen ist ist vielleicht keine so große Überraschung.

Mit Sofia bleibt es also weiter spannend. Wir genießen jetzt unser Lob, bevor die erste Trotzphase einsetzt und dann werden wir mal sehen was dabei herauskommt.

 

 

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